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Wie es weitergehen sollte. Die nächste Woche brachte dann die Entscheidung: bei einem Termin mit Herrn Dr. Steil und Professor Chaussy wurden mir zunächst die Ergebnisse der Untersuchungen erläutert:

Es handelte sich um ein Embryonalkarzinom – was nicht so toll ist – aber es war sehr, sehr klein gewesen. Die beiden typischen Tumormarker sind vor der OP leicht erhöht gewesen – aber nur sehr leicht. Es gab keinerlei Hinweise auf Metastasen und auch die Lymphknoten im Bauchraum waren nicht auffällig vergrößert. Dennoch riet man mir zu einer operativen Entnahme dieser Knoten im Bauchraum.

Irgendwie hatte ich mit einer Chemotherapie gerechnet – diese OP Aussicht hat mich dann im wahrsten Sinn umgeworfen. Erst eine Cola, die mir Herr Prof. Chaussy netterweise gegeben hat, brachte mich unter die Lebenden zurück.

Der Eingriff würde in ungefähr 10 Tagen stattfinden können und wäre schon recht groß und lang. Aber er wäre die sicherste Methode die Sache in den Griff zu bekommen. Eine sehr gute Beschreibung der OP findet sich übrigens auf der folgenden englischsprachigen Seite: RPLND Seite.
 
Die Lymphknoten OP. Die Zeit bis zur OP verging recht flott – immerhin musste ich noch einiges geschäftliches erledigen, bevor ich etwa 14 Tage aus dem Verkehr gezogen sein würde.

Diesmal ging ich schon am Tag vor der OP ins Krankenhaus, und nach einigen kurzen Untersuchungen hatte ich Zeit die Fußball WM im Fernsehen anzuschauen. Die OP war mir gut erklärt worden und ich hatte eigentlich keine Angst vor dem Eingriff selbst – allerdings sehr wohl vor den Schmerzen danach!

Obwohl der Anästhesist diesmal ein echter Idiot war – er hat sich noch nicht mal vorgestellt – hatte ich großes Vertrauen in das Team um Dr. Steil und Prof. Chaussy. Richtig wohl gefühlt habe ich mich dennoch nicht, denn an die kalte Atmosphäre im Vorbereitungsraum und all die vermummten Menschen kann man sich wohl nicht wirklich gewöhnen.

Etwa 6 Stunden später bin ich dann wieder wach geworden – allerdings noch so von der Narkose beeinflusst und voller Schmerzmittel gepumpt, dass man eigentlich nicht von richtig wach sprechen konnte.
 
Die Nacht danach. Für die erste Nacht wurde ich in einen speziellen Überwachungsraum gebracht: So eine Art Intensiv Station light. Das sollte ohne Zweifel die schrecklichste Nacht meines Lebens werden!!! Voll gestopft mit fünf Patienten, die teilweise die ganze Nacht vor Schmerzen gejammert und geröchelt haben, konnte ich trotz der vielen Schmerzmittel kaum schlafen. Dazu kam noch, dass ich als Laie selbst erkennen musste, dass es das Schmerzmittel war, das immer wieder für einen sehr unangenehmen Brechreiz gesorgt hat. Ein Wechsel des Cocktails brachte dann endlich deutliche Besserung.

Jedenfalls habe ich mich wahnsinnig gefreut, als ich am nächsten Morgen auf mein Zimmer zurückgebracht wurde. Jetzt erst mal Schlaf nachholen! Ich muss zwar sagen, dass der Bauch schon recht wehgetan hat, aber die Sachmerzmittel haben es gut erträglich gemacht.
 
Die Tage danach. Viel schlimmer als die Schmerzen: Nach diesem Eingriff darf man zwei Tage nichts essen oder trinken und es hatte in der ganzen Zeit deutlich über 35 Grad in München – und damit natürlich auch in den nicht klimatisierten Zimmern. Was hätte ich da für ein kühles Pils gegeben!!

Die eigentliche Ernährung wurde per Infusion gelöst, und dass klappt auch super: Durst hat man eigentlich keinen, nur einen immer sehr trockenen Mund. Mein Lieblingspfleger hat mir dann netterweise ein Nasenspray mit Wasser gefüllt und ich hatte so eine gute ‚Waffe’ gegen letzteres. Auch gut: Ich konnte schon am nächsten Tag kurz ‚aufstehen’. Allerdings wirklich nur sehr kurz und es hat schon ziemlich wehgetan.

Im Bett konnte ich die ersten Tage nur auf dem Rücken liegen – am besten in ‚Klappmesserhaltung’ was ein elektrisch verstellbares Bett auch gut möglich gemacht hat. Man kann allerdings schon so ein wenig hin und her rutschen und dank der Schmerzmittel hat man auch keine Rückenschmerzen. Ich will die Operation nicht Kleinreden, aber es war alles wesentlich weniger schlimm, als ich befürchtet hatte.
 
Der endgültige Befund. Doch jetzt zum eigentlich wichtigsten: Die Lymphknoten waren inzwischen genau untersucht worden und es fanden sich keinerlei Spuren für Krebszellen! Allerdings zeigten die Lymphknoten wohl schon deutliche Spuren der damaligen Strahlentherapie.

Auch die Tumormarker waren wider auf normales Niveau zurückgegangen! Das hieß, dass keine weitere Behandlung nötig sein würde (Bei einem Befall der Knoten wäre eine Chemo drangehängt worden).

Im Fachchinesisch hatte ich ein Embryonalkarzinom in folgendem Stadium gehabt: pT1,N0,M0 . Klang gar nicht mehr so schlimm.
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