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| Bestrahlungssimulation. |
Etwa drei Wochen nach der Operation begannen die Bestrahlungen. Zuerst findet eine so genannte Simulation
statt: Hier wird auf einem Röntgentisch die Bestrahlung "simuliert" und so das richtige Bestrahlungsfeld
ausfindig gemacht. Selbiges wird dann mit wasserfesten Stiften auf den Bauch gemalt und um einige Kreuze ergänzt, die sicherstellen, dass man später auch immer richtig liegt. Das ist auch der Grund, warum man wieder mal nicht duschen darf: Die Striche gehen einfach zu leicht wieder ab, und immer das selbe Feld zu treffen ist unheimlich wichtig. Übrigens: Bestrahlt wird nicht etwa die Hodenregion, sondern der Bauch, etwa zwischen Bauchnabel und dem Brustbein. Das Feld ist dabei etwa 12 cm breit. Bei den Strahlen selbst handelt es sich um harte Gamma Strahlung. Der Grund für die Bestrahlung ist einfach: Hier liegen die nächsten Lymphknoten zum Hoden - und wenn sich der Krebs schon ausgebreitet haben sollte, dann hier hin. |
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| Die erste Bestrahlung. |
Meine erste Bestrahlung - 15 a 1,8 Gy waren insgesamt angesetzt - fand an einem Montag statt. Das ganze ist ziemlich
unspektakulär, dauert nur etwa 5 Minuten (mit Vorbereitung!) und man spürt natürlich auch nichts davon. Das sollte sich in meinem Fall zu Hause ändern: Etwa drei Stunden nach der Behandlung kam der Saft, den ich getrunken hatte, wieder zum Vorschein. Und das am ersten Tag, sollten sich doch die Nebenwirkungen erst mit der Zeit aufbauen! Das konnte ja heiter werden. Allerdings war bei mir die erste Reaktion wohl auch ungewöhnlich heftig: Ab sofort sollte ich Paspertin Tropfen nehmen und damit bekam ich die Sache auch recht gut in den Griff. Nur meine Vorstellung, während der Zeit der Bestrahlungen normal arbeiten zu können, mußte ich abhaken. |
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| Eine Broschüre. |
Eines Tages während der Bestrahlungszeit wurde mir eine Broschüre in die Hand gedrückt: "Essen und Trinken
für Krebskranke". Meinen die mich?! Für das zweite Mal während der Behandlung fühlte ich mich wirklich
krank. Nachdem ich das Heftchen gelesen hatte, warf ich es weg.
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| Die zweite Woche. |
Die erste Woche der Bestrahlung war wie gesagt eigentlich nicht besonders schlimm. Mein täglicher Bestrahlungstermin
war 14 Uhr, die Wartezeit immer praktisch null, so dass nicht allzuviel Zeit verloren gegangen ist. Auch
die Übelkeit hatte ich mit Paspertin recht gut im Griff und die Arbeit habe ich auf den Vormittag
verschoben. Mehr ging halt nicht, aber was soll's. Jetzt, in der zweiten Woche hat sich die Übelkeit schon ein wenig deutlicher gezeigt, irgendwie war mein Körper wohl außergewöhnlich empfindlich, jedenfalls war Paspertin nicht mehr ausreichend. Mein behandelnder Arzt gab mir deshalb für die nächste Woche ein neues Medikament. Die Zeit sollte zeigen ob es helfen würde. |
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| Die dritte Woche. |
Eigentlich sollte es ja die letzte Woche sein, aber ein paar technisch bedingte Ausfälle des Geräts in dieser
wie auch in der Vorwoche sorgten leider dafür, dass es noch eine vierte Woche würde geben müssen. Aber
immerhin war die Übelkeit mit 'Navoban' jetzt recht gut im Griff. Nur tierisch müde war ich - und hungrig.
Entgegen der Ankündigung mit Appetitlosigkeit auf die Bestrahlung zu reagieren, bekam ich Heißhunger! Die vielen emails die ich in dieser Zeit aus der ganzen Welt erhalten habe, waren übrigens eine wunderbare Hilfe für mich. Es ist ein schönes Gefühl nicht allein zu sein. Und auch wenn es hier eigentlich nicht hinpaßt, möchte ich mich auch noch einmal ausdrücklich bei 'Calvin und Hobbes' bedanken, dass ich die Scans verwenden durfte. Und natürlich ein herzliches Danke auch an Marko für das Titelbild, das mir sehr viel bedeutet! |
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| Ende der Bestrahlung. |
Nachdem schon nach etwa der Hälfte der Sitzungen die Nieren aus dem Bestrahlungsfeld genommen
worden waren, ging es mir ein Stück weit besser - vor allem aber auch weil ich die Nachmittage
danach konsequent liegend und ohne Arbeit verbracht habe. War zwar langweilig aber half! Und am Freitag der vierten Woche war es dann ja auch vorbei. Und schon wieder zerplatzte ein Wunsch: Ich wollte mich noch am selben Tag ausgiebig in die Badewanne legen. Darf man aber erst vier Wochen danach. Und meinen Bauch durfte ich sogar erst 6 MONATE danach wieder in die Sonne halten. Also im Januar 2000. Sehr komisch. Duschen werde ich wohl früher als erlaubt - aber nicht weitersagen ;-). |
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